Kornmandl

Wir sind in der glücklichen Lage, dass auf unserem Biohof Getreide – vor allem Dinkel und Roggen – bestens gedeiht. Es wächst auf unseren Feldern und das Getreide dient uns als Lebensmittel, als Futtermittel und als Rohstoff zum Destillieren. – eine sehr vielseitige Pflanze. Geerntet wird das Getreide heutzutage überwiegend mit dem Mähdrescher. Doch früher war das ganz anders und die Ernte war mit sehr viel Handarbeit verbunden. Und diese haben auch wir wiederentdeckt: das Schnittern = Kornmandl aufstellen.

Die Idee zum Schnittern

Auf unseren Feldern gedeiht die alte Kultursorte Kaltenberger Winterroggen, die nahezu ausgestorben war. Grund unter anderem dafür war, dass sie wenig Ertrag liefert. Im Sinne der Sortenvielfalt und Unabhängigkeit von Saatgutkonzernen ist es uns jedoch ein Anliegen, diese alte Sorte zu erhalten. Für uns bringt sie außerdem die Vorteile, dass die Sorte extrem Winterhart ist (wichtig, da wir auf 870 m Seehöhe liegen) und sie wurde nicht durch Züchtung an maschinelle Bedingungen angepasst, deshalb hat sie ihre ganz eigenen Charakteristik: Vielfalt pur. Von langen und kurzen Strohhalmen bis hin zu großen und kleinen Getreidekörner. So wie Mutter Natur es vorgegeben hat, damit die Sorte bei verschiedenen Verhältnissen immer überlebensfähig bleibt. Der geringe Ertrag hat uns dazu inspirieren lassen, alle Teile der Pflanze zu veredeln. Das Getreide wird zum Kaltenberger Whisky destilliert und das Stroh wird zu Deckstroh verarbeitet. Zweiteres verlangt die Kornmandl-Erntemethode.

Wie auf unserem Biohof alles (wieder) begann

Es war der 4. August 2013, als Herta und Josef (Mario´s Eltern – sie kannten das Schnittern noch von ihrer Kindheit und sind damit groß geworden) im Urlaub waren und wir (Mario und Monika) mit voller Freude die ersten Kornmandl aufgestellt haben. Am Abend sind wir mit einem Stamperl zwischen den Kornmandl gesessen und es war ein besonderes Gefühl. Wir wussten, dass ist es. Es ist das, was unsere Lebensweise am besten beschreibt. In Kreisläufen zu denken. Genau das bildet das Kornmandl ab.

Warum schnittern?

Um Stroh zu Deckstroh weiterverarbeiten zu können braucht man langes ungeknicktes Stroh. Das ist beim Ernten mit dem Mähdrescher nicht möglich (hier wird es bereits zerkleinert und bei der Ernte mehrfach geknickt). Deshalb wird bei uns wieder geschnittert. Das heißt das Stroh wird gemäht, zu Garben zusammengebunden und diese werden zu Kornmandl zusammengestellt. Diese bleiben dann am Feld stehen, bis das Getreide und das Stroh gut trocken sind, bevor es dann zur Lagerung auf den Hof gebracht wird ehe es dann zu Deckstroh weiterverarbeitet wird (dazu wird das Getreide händisch ausgeschlagen, geknicktes Stroh und Gras ausgerecht und dann neu zusammengebunden). Das ganze bedeutet ganz viel Handarbeit, weshalb es kaum noch gemacht wird.

Wir lassen diese alte Handwerkstradition auf unserem Biohof wieder aufleben. So wurde das Kornmandl zu unserem Logo. Es ist ein Symbol für die Kreislaufwirtschaft. So wie wir es versuchen bestmöglich zu machen. Rohstoffe die bei uns Wachsen zu schätzen, zu verwenden und zu veredeln und dabei möglichst alles verwerten.

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